Altöttinger Gartenseminar 20. und 21. März 2026

Die Organisatoren Clemens Jobst (rechts) und Andreas Baumgartner freuen sich über die Resonanz auf das Gartenseminar.
Kräuter – gut für die Küche und in der Ehe
Fachfrau Brigitte Murla referiert beim Seminar des Kreis-Gartenbauvereins – Volles Programm, volles Haus
Text und Fotos: Ursula Huckemeyer (Alt-Neuöttinger Anzeiger)
Clemens Jobst, Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Altötting, und Andreas Baumgartner, Geschäftsführer des Verbandes, sind ziemlich erfolgsverwöhnt, wenn es um die Auslastung des jährlichen Gartenseminars geht. Am Wochenende ging die 24. Auflage über die Bühne, und wieder gab es mehr Anmeldungen als freie Plätze.
Die Veranstaltung gliederte sich in zwei Teile. Am Freitag fanden im Kultur+Kongress Forum Fachvorträge statt, während am Samstag im Obstlehrgarten Grundlagen des Obstbaumschnitts vermittelt wurden. „Wir waren an beiden Tagen quasi ausverkauft“, sagt Jobst lachend, klärt aber gleich auf: „Unser Seminar gibt es natürlich nach wie vor zum Nulltarif“.
Der Saal im Foyer des Forums war zur Freude der Veranstalter mit 121 Gartenfreunden bis auf den letzten Platz besetzt gewesen. Die Fachvorträge waren attraktiv.
Armin Müller taufte Gärten einfach um und referierte daher über die Gestaltung eines „Wohnzimmers im Freien“.
Brigitte Murla nahm das Thema Kräuter ins Visier und
Peter Gasteiger sprach über des Gärtners größten Feind, die Schnecke. Für einen ausgefallenen Referenten sprang
Andreas Baumgartner ein, der die Besucher über naturnahe Gartengestaltung informierte.
Landschaftsgärtnerin Brigitte Murla aus dem Landkreis Erding tauchte bei ihrem Vortrag tief in ihren Fundus über Kräuterwissen ein. Kräuter, davon ist sie überzeugt, seien die Würze des Lebens. Bereits 4000 v. Christus hätten in China und Indien Menschen erkannt, dass Kräuter sogar der Gesundheit dienen können. Als das Würzmittel Salz billiger wurde, gerieten die Kräuter zeitweilig ins Hintertreffen, erleben aber gerade wieder eine große Renaissance – insbesondere in der mediterranen oder auch asiatischen Küche.
Murla erzählte zuerst von heimischen Kräutern und davon, dass der Schnittlauch nicht nur gegessen, sondern auch als Dachbegrünung dienen kann. Kerbel sei eine phototoxische Pflanze, die nur mit Handschuhen geerntet werden soll, da sonst Hautreizungen drohen. Die Heilpflanze Mädesüß eigne sich gegen Durchfall und die Ehrenraute schmecke nach Cola. Und Majoran lindere Magen- und Darmbeschwerden, gelte aber auch als Glückssymbol für Brautpaare. Daher werde Majoran in Girlanden bei Hochzeitsfeiern verwendet. Dann hat Brigitte Murla noch einen heißen Tipp für Bräute, empfiehlt Senf- und Dillsamen in den Brautschuh zu streuen und nach der Trauung leise den Spruch: „Senf und Dill, mein Mann tut jetzt, was ich will“ aufzusagen.
Auch beim Trocknen von Kräutern kennt sich die Referentin aus: Kräuter in einem dunklen luftigen und warmen Raum aufhängen, oder auf Sieben mit Tüchern trocknen. Der Raum soll eine möglichst niedrige Luftfeuchtigkeit haben. Die Gärtnermeisterin präsentierte noch einige Rezepte, die Andreas Baumgartner auf die Homepage des Kreisverbandes stellen will.
Was Clemens Jobst bei den Fachvorträgen gerne beobachtete: „Unsere Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert und stellten den Referenten viele Fragen“. Mit gleichem Eifer waren die Seminarbesucher dabei, als
Günter Edelmüller zuerst theoretisch über den Obstbaumschnitt aufklärte, bevor später direkt an den Bäumen geübt wurde. Erfahrene Baumwarte und Gartenpfleger nahmen sich der rund 50 Teilnehmer an.
REZEPT: Lavendeltarte aus dem Rezeptbuch von Brigitte Murla
Zutaten:150 Gramm Mehl, eine Prise Salz, 75 Gramm Butter, zwei Esslöffel Wasser, 500 ml Sahne, ein Esslöffel getrocknete Lavendelblüten oder alternativ auch frische Kräuter wie Salbei, Mojitominze oder Koriander, vier Stangen Lauch, drei Eier, Salz und Pfeffer.
Aus Mehl, Butter, Salz und Wasser einen Mürbeteig kneten und kaltstellen. Sahne in einem Topf erwärmen, nicht kochen lassen. Kräuter dazugeben und von der Kochplatte nehmen. Lauch in Ringe schneiden und mit Butter etwa zehn Minuten dünsten, Salz und Pfeffer dazu. Eier schaumig schlagen und mit der Kräutersahne und dem Lauch vermischen. Den Teig ausrollen und in eine Tarteform legen, Lauchmischung einfüllen. Bei 180 Grad zwischen 20 und 30 Minuten backen. Lauwarm servieren.

Der Baumschneidekurs gehört schon zum Pflichtprogramm beim Gartenseminar und war auch heuer wieder bestens besucht.


