Der Frühling kommt - Gartler stürmen das

14. Altöttinger Gartenseminar

 

Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat Stefan Jetz eröffnete am                 18. Februar das zweitägige Gartenseminar im Gasthaus 12 Apostel in Altötting. Bereits zum 14. Mal wurden diese vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und dem Landratsamt abgehaltenen Gartentage unter der Leitung von Kreisfachberater Clemens Jobst durchgeführt und erfreuen sich anhaltender Beliebtheit, wie der an beiden Tagen voll besetzte Saal zeigte. An die über 100 Gartenfreunde, Hobby- und Berufsgärtner, darunter bereits ein treues Stammpublikum, und auch Mitarbeiter der städtischen Bauhöfe, fanden sich zu den hochinteressanten, informativen Vorträgen ein.

 

Auf den momentanen Modetrend „Gärten und öffentliche Anlagen aus Kies und Schotter – schön und pflegeleicht?“ ging Clemens Jobst gleich zu Beginn ein und veranschaulichte eindrucksvoll Sinn und Unsinn bei der Gestaltung und Pflege. Gerade der Pflegeaufwand werde anfänglich imaginär unterschätzt. Unterschätzt werden auch die negative Beeinflussung der Bodenfeuchtigkeit, des Grundwasserspiegels und die Veränderung des Kleinklimas.

Über „Die Erde – Grundlagen für Pflanzenwachstum“ referierte  Dr.rer.nat. Erika Kainhofer von der Scotts Fachberatung in Salzburg und gab Einblick über die Herstellung der verschiedensten Arten an Erden und deren Verwendungsmöglichkeiten, aber auch über die Eigenschaften, die gute Erden für die Pflanzen erfüllen müssen. Die anschließende Diskussion zeigte, dass man auch gute Erde ohne oder nur mit sehr geringem Torfanteil herstellen kann, wobei qualitativ hochwertige Erden ihren Preis haben.

Peter Gasteiger von der Klostergärtnerei Gars entführte das Publikum in die reichhaltige, bunte Welt der Schattenblüher, die Farbtupfer der Seele, Überlebensraum der kleinen Insekten, verschiedene Standortbeispiele, gewürzt mit eigenen lustigen Erfahrungen aus der Klostergärtnerei. Er überzeugte die Zuhörer, dass auch in schwierigen schattigen Lagen bunte Blütenprachten gedeihen, die dem Gemüt des Gartenbesitzers guttun.

Udo Pollack aus Perach, Naturwabenimker, und Kräuterpädagogin Christine Ebner aus Reischach referierten im Duett über das Thema „Gemeinsam sind wir stark – wie können wir das Überleben unserer blütenbesuchenden Insekten sichern“. Anschaulich stellten sie zum Beginn ihres Vortrages die Pyramide der Lebewesen vor. An oberster Spitze stehen die Menschen, gefolgt von den Groß- und Kleintieren, bis zur Basis der Insekten und Mikroorganismen. Wie bei einer Pyramide kann die Spitze (Mensch) ohne die Basis nicht existieren! Durch natürliche blühende Refugien kann jeder Gartenbesitzer dazu beitragen, die Lebensräume der Insekten, zu denen vor allem auch die Bienen zählen, zu verbessern. Wichtig ist eine Vernetzung innerhalb der Siedlungen und in der Landschaft, damit die Insekten ungehindert auf Futtersuche gehen können und nicht auf kleine Räume angewiesen sind, die ihnen zu wenig Nahrung bieten.

Der zweite Tag stand ganz unter dem Motto von Bäumen und Sträuchern. Clemens Jobst referierte über deren wirtschaftlichen Wert oder warum eine fachlich richtige Pflege auch finanziell Sicht macht. Die Zuhörer staunten, welche „Schätze“ sie in ihren Gärten sprichwörtlich im Laufe der Jahre heranziehen und der Baum im Falle eines erforderlichen Fachgutachtens nicht nur ideellen Wert hat. Anschließend führte Jobst in die Grundlagen des Obstbaumschnittes ein, speziell auf den Pflanzungs-, Erziehungs-, Überwachungs- und Verjüngungsschnitt. Am Nachmittag folgte der praktische Teil für die wissbegierigen Teilnehmer, die im Obstlehrgarten des Landkreises das Erlernte praxisnah üben durften. Wegen der großen Personenzahl wurde Kreisfachberater Jobst von den Gartenpflegern des Kreisverbandes Barbara Jüngling und Günter Edelmüller hilfreich unterstützt.

 

Die Baumschnittkurs-Bilder finden Sie in der Rubrik


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