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Korbiniansapfel
Korbinian Aigner

Pfarrer Korbinian Aigner
* 11. Mai 1885 in Hohenpolding; † 5. Oktober 1966 in Freising

“Im Zeichen des Apfelpfarrers”

Korbiniansapfel

Der Geburtstag von Korbinian Aigner jährt sich heuer zum 125. Mal. Das ist Grund genug für den Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege und unserem Kreisverband, im Jahr 2010 des legendären "Apfelpfarrers" und seiner fruchtigen Leidenschaft zu gedenken. Unser Kreisverband pflanzte mit den Gartenbauvereinen Burghausen, Kirchweihdach, Neuötting, Tüßling - Teising und Unterneukirchen je einen Baum an besonders exponierten Stellen in diesen Orten. Bilder...

Historie: Der Baum entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese von Pfarrer Korbinian Aigner, dem bekanntesten Pomologen der neueren Zeit. Er säte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zu Kriegsende verlegt werden sollte. Er konnte flüchten und pflanzte die drei Sämlinge in seinen Garten. Er nannte diese KZ-Äpfel. KZ3, die beste entstandene Sorte, wurde später Pfarrer Aigner zu Ehren in Korbiniansapfel umgetauft.
Ernten: Ende Oktober
Genußreife: Dezember bis Mai
Frucht: mittelgroße, goldgelbe, kräftig rotgestreifte, saftige, gewürzte Tafelfrucht, die nicht welkt
Baum: robust; für Obstwiesen und Feldflur empfehlenswert; für Lehmböden
(Quelle: Baumgartner Baumschulen)

Apfelbaum Korbinian

Wie alles begann …
Apfelbaum |
Bild und Text: BR

In Hohenpolding bei Taufkirchen an der Vils stand neben der Kirche das Elternhaus von Korbinian Aigner. Er war das erste von elf Kindern und sollte den Hof übernehmen. Aber der junge Korbinian wollte fort. So machte er in München am Luitpold-Gymnasium das Abitur und in Freising studierte er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Am Benediktinerkloster Scheyern wirkte er als Präfekt und als Zeichenlehrer. Zu der Zeit war er schon dem Obst "verfallen": Obstbäume - von ihm gepflanzt und veredelt - säumten seine Wirkungsstätten im altbayerischen Raum.
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Von der Pfarrei ins KZ - mit Äpfeln
Apfelpfarrer Korbinian Aigner |
Bild und Text: BR

Korbinian Aigners erste Pfarrei war in Sittenbach bei Odelzhausen. Von 1936 an übernahm er die Pfarrei in Hohenbercha. Dort konnte es passieren, dass ihm die Menschen Äpfel mit in die Sonntagsmesse oder in den Beichtstuhl brachten, die er bestimmen sollte. Aber Korbinian Aigner war auch ein politischer Mensch - einer, der Hitler kritisierte und diese Kritik offen äußerte. Als ihn eine Lehrerin denunzierte, wurde er 1939 von der Gestapo verhaftet: Fünf Jahre verbrachte er anschließend im KZ Dachau. Doch selbst im Konzentrationslager züchtete Aigner Äpfel. Als er aus dem KZ entkam, nahm er sie mit und kultivierte sie daheim weiter. Darunter war auch die Sorte, die später als Korbiniansapfel bekannt wurde.

Korbinian Aigner2
Korbiniansapfel2

Äpfel … bis ins Grab
Äpfel |
Bild und Text: BR
1966 starb Korbinian Aigner im Alter von 81 Jahren. Der Landesverband für Gartenbau und Landschaftspflege hat ihm für seine Verdienste eine Gedenktafel gewidmet. Der Apfelpfarrer war vor allem ein Pfarrer für die Menschen. Ähnlich wie beim Herrn Ribbeck zu Ribbeck im Havelland wurde ihm in Hohenbercha ein Apfel mit ins Grab gegeben

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